Katha Rauscher in Afrika - Jan. / Feb. / März 2008

03. März, Trainingstag in Stuttgart

Heyho Katha,

ich hoffe es geht dir soweit gut, hier ist es stürmisch, regnerisch und kalt (dies nur, falls du dich in irgendeiner Weise nach Hause sehnen solltest...) Hier ein paar Eindrücke vom Sonntag mit den Go Ho Girls, ohne Anspruch auf Vollständigkeit...

Hingefahren, Frühstück im Auto, warmgemacht, eingeworfen mit Sprints, dann Rödeln und Lulu-geht-tief theoretisch erklärt. Dann spielen, spielen, spielen, wenig Pearl, dafür Rödeln und Lulu-geht-tief geübt, wenige Punkte gemacht aber nicht locker gelassen und Neues ausgiebieg ausprobiert. Sensationelles Mittags-Büffet, danach Cut-Übung und Defense-Square. Dann wieder gespielt, durch krankheitsbedingte Ausfälle nur zwei Auswechsler, nach fast zwei Stunden spielen (diesmal ein bischen öfter Pearl) waren wir dann ganz schön fertig, so dass sich alle ein zweites kondi-training pro woche wünschen ;) Leider keine kalte Dusche, dafür dann Waffeln und Kuchen.

Ausgepowert aber zufrieden treten wir die Heimreise an, dichten ein neues Frau Rauscher Lied auf "von den blauen Bergen kommen wir". Beenden den Tag im "Lebenslauf" (deswegen haben wir Lebenslust auch nicht in den Gelben Seiten gefunden) und freuen uns auf das nächste tolle Rauscher-Event.

Liebe Grüße, eva

9. Feb.: Email von Katha

Hallo alle zusammen,

endlich mal wieder im Internet. Das ist hier echt gar nicht so einfach, denn erstens ist der Backpacker, bei dem ich das Internet nutzen kann 45 Minuten Fussweg von Hobbiton entfernt, zweitens funktioniert die Verbindung die halbe Zeit gar nicht und drittens ist der ganze Spass ziemlich teuer... obwohl... mit gut drei Euro pro Stunde ist es hier eigentlich echt vergleichsweise billig.

Auf jeden Fall hab ich heute, an meinem mehr oder weniger freien Tag natuerlich keine Muehen gescheut, um mich endlich mal wieder bei euch zu melden. ;-)

Inzwischen ist schon ueber ein Viertel meines SA-Aufenthalts vorbei. Und in Hobbiton bin ich auch schon seit knapp drei Wochen. Nochmal zur Info: Hobbiton on Hogsback ist ein Outdoor Education Center, in dem ich 5 bis 6 Wochen als Volunteer arbeite. Das bedeutet, dass ich nix bezahlt bekomme, mir aber wenigstens ne Unterkunft gestellt wird. Hobbiton wird hauptsaechlich von Schulklassen, College-Klassen und aehnlichen Gruppen gebucht und dient dann dem Team-Building und dergleichen. Es gibt alle moeglichen Aktivitaeten (von Spielen ueber Wandern bis hin zu Trapezspruengen von einer 7-Meter-Saeule, Abseilen, Kletterwaenden, Hindernisparkuren (?) usw.). Macht auf jeden Fall Spass mit den Kids und ist auch cool, um sich selbst herauszuordern und sich hier und da ein paar Adrenalin-Kicks zu geben oder das innere Spielkind rauszulassen. Ausserdem ist alles auch wunderschoen gelegen... in den Bergen mit bestimmt 6 oder 7 Wasserfaellen in Laufreichweite.

Die Zeit vergeht hier echt wie im Flug. Selbst wenn es fuer meinen Geschmack definitiv viel zu viele riesigen Spinne, lebensgefaerliche Schlangen, Ratten, Maeuse und auch sonst alles moegliche Getier gibt. Die Arbeitszeiten sind auch ziemlich krass, weil's natuerlich teilweise bis hin zur Nachtwanderung den ganzen Tag Programm gibt. Und die Leute haben zum Grossteil schon irgendwie einen an der Klatsche.... vom unanfechtbaren Center-Director-Despoten ueber die eigentlich-schuechterne-aber-nach-aussen-too-cool-to-be-true-australische-Volunteer-Kollegin, bis hin zum ehemals-Verbrecher-und-drogensuechtiger-Alkoholiker-aber-in-Hobbiton-zur-Erkenntnis-und -Religiositaet-gelangter-Instructor. Haha, klingt jetzt etwas extrem. Sind schon nette Leute... haben halt nur alle bissl nen Knall.... wie wir alle... ;-)

Aber es ist auf jeden Fall eine coole Erfahrung hier. Trotz aller noch so unangenehmen Seiten, die es auch geben mag. Hm, der Satz hoert sich komisch an. Naja, mein Deutsch wird halt auch immer schlechter, weil ich den ganzen Tag nur Englisch rede.

Auf jeden Fall bleibe ich in Hobbiton noch knapp drei Wochen. Ende Februar/Anfang Maerz packe ich meine Sachen und mache mich mit Axel (der mich in zwei Wochen fuer 2 1/2 Wochen besuchen kommt.... yuhuu...) auf den Weg nach Durban/Petermaritzburg, sprich die Kueste entlang nach Nord-Osten. Dafuer lassen wir uns ein paar Tage Zeit, bis ich dann Anfang/Mitte Maerz bei meinem zweiten und letzten Projekt sein muss.... dem Hausbau. Dazu aber dann zu gegebener Zeit mehr.

So, ich glaub, ich sollte mich bald mal auf meinen langen Rueckweg begeben.

Ach ja, falls mich uebrigens mal jemand anrufen will: Hier ist meine Handy-Nummer in Suedafrika: 07 14 50 93 84. Weiss jetzt nicht auswendig, was die Laender-Vorwahl ist [Wayne: 0027 danach fällt die 0 aus], aber das findet der Interessierte bestimmt schnell raus. Wer bei der Telekom unter Vertrag ist, kann ausserdem ne Billig-Vorwahl nutzen, dann ist es sehr billig, anzurufen. Vorwahlen findet ihr im Internet... [Wayne: laut http://www.billiger-telefonieren.de/ kostet es z.Z. die 01077 nur 9,40 c/min]

So. Ich hab euch alle lieb und freu mich jetzt schon, euch wiederzusehen.

Alles, alles Liebe,

K.

PS: Immer, wenn Axel mir am Telefon vom Frisbee erzaehlt, werd ich ganz wehmuetig. Vor allem die Quali haette ich ja soooooo gerne mit Frau Rauscher gespielt (herzlichen Glueckwunsch zum unglaublichen dritten Platz!!), aber auch die Mixed-DM dieses Wochenende (viel Glueck!!) und ueberhaupt.... wuerde so gerne mal wieder mit euch spielen!!

21. Jan.: Email von Katha

Hallo meine Lieben,

ich hab jetzt zwar schon eine Stunde im Internet verbracht und die wichtigsten mails beantwortet und dergleichen (auf unbequemen, viel zu hohem Stuhl vor miesem Monitor), aber da ich nicht genau weiss, wann ich in den naechsten Tagen ueberhaupt mal wieder Internet haben werde, schreibe ich jetzt lieber noch die seit Tagen geplante Massenmail. Denn ich will euch ja endlich mal erzaehlen, wie's mir bisher so ergangen ist und dass ich auch tatsaechlich noch am Leben bin.

Am Donnerstag Abend bin ich also mit wackligen Knien und schwerem Herzen in den Flieger nach Dubai gestiegen. Ja, Dubai. Denn das war mein Zwischenstop fuer knapp neun Stunden. Grausam. Der Flughafen ist nur was fuer Leute, die die Zeil Samstag-nachmittags entspannt finden. Aber sicherlich nix fuer mich, die gerade einen 5 1/2 Stunden Flug durch die Nacht aber ohne Schlaf hinter mir hatte und einen knapp neunstuendigen Flug vor mir hatte. Ich hab mich dann irgendwann zurueck in den Ankunftsbereich geschlichen (gegen den Strom durch Metalldetektoren gehen zu wollen, kann durchaus fuer Verwirrung sorgen), wo ich wenigstens nur alle zehn Minuten von vorbeistroemenden Menschenmassen aus dem Schlaf gerissen wurde (und meine Schlafstaette war sogar eine beposterte Bank, die's unten nicht mehr, oder auf jeden Fall nicht mehr frei gab).

Naja, ich werd mal wieder viel zu ausfuehrlich...

Also die Fluege waren in Ordnung. Lange und Langweilig, aber auf dem zweiten konnte ich dann auch ein bisschen schlafen und sonst hab ich mir halt so meine Gedanken gemacht und im Reisefuehrer gelesen und Filme geschaut und dergleichen.

In Johannesburg angekommen dachte ich erst mal eine Weile, dass mein Gepaeck geklaut worden sein koennte, weil es auf einem falschen Befoerderungsband gelandet war. Aber das hab ich dann zum Glueck wiedergefunden. Anschliessend hat mich niemand von dem Backpacker Hostel erwartet, der mich eigentlich haette vom Flughafen abholen sollen (den Service bieten die fast alle an, weil's so gefaehrlich ist). Aber mit der Hilfe eines nur halb zwielichtigen Security-Typs und seines Handys habe ich dann meine Herberge angerufen und meinen Fahrer bestellt. Zum Dank wollte der Security-Mensch mir zwar eine wahrscheinlich ueberteuerte Touristen-Tour durch Johannesburg andrehen, aber der muss wohl auch schauen, wo er bleibt.

Der Backpacker (andernorts Hostel oder Aehnliches genannt) war nicht besonders einladend, aber ganz in Ordnung. Und als ich nach Moeglichkeiten gefragt hab, am naechsten Morgen zum Apartheid-Museum zu kommen, weil mir das hoch angepriesen wurde, war das Personal auch sehr hilfsbereit. Dass ich am naechsten Tag aus allen Wolken fiel, dass ich umgerechnet etwa 50 Euro fuer die Fahrt zum Museum bezahlen sollte, war wohl auch meine eigene Schuld. Haette einfach fragen sollen, wieviel es kostet. Wie sich nach und nach rausstellte, werden solche Touren halt normalerweise von mehreren gebucht, so dass es billiger wird. Warum mich der Backpacker-Mensch nicht davor gewarnt hat, weiss ich nicht. Auf jeden Fall hatte ich so meinen Privatfahrer und -guide. Zumindest haette er das sein sollen. Da er aber eigentlich gar nichts Guide-maessiges gemacht hat und auch sonst einige seiner Pflichten nicht erfuellt hat (wie ich dann spaeter rausgefunden hab, als wir wieder bei dem Hostel ankamen), hab ich im Endeffekt doch nur 40 Euro bezahlt. Ein Taxi haette hin und zurueck aber auch 30 gekostet. (Und alle anderen Fortbewegungsmittel sind aus Sicherheitsgruenden nicht zu empfehlen.) Naja. Wohl der teuerste Museumsbesuch meines Lebens. Und eine wertvolle Lektion fuer meinen weiteren Suedafrika-Aufenthalt. Aber das muss man schliesslich auch erst mal schaffen: In ungefaehr 20 Stunden Aufenthalt in Johannesburg schon auf Kreuz gelegt zu werden... ; )

Am Samstag Nachmittag ging's dann nach Port Elizabeth, wo ich mit Sonnenschein empfangen wurde. Und schon sah die Welt viel besser aus. Der Backpacker, bei dem ich diesmal war, war zwar bis auf noch einen anderen Typ komplett leer, aber das war verkraftbar, wobei ich zu dem Zeitpunkt schon etwas Gesellschaft haette gebrauchen koennen.

Ja, ich glaub, ich hab in den paar Tagen hier, schon eine ziemlich Gefuehlsbandbreite erlebt. Und zu dem Zeitpunkt waren grad Einsamkeit und heimwehartige Gefuehle ganz gross dabei.

Ich hab dann trotzdem eine Tier-Tages-Tour, wie ich sie mal nennen will, fuer den naechsten Tag gebucht. Die ging dann zum Addo Elephant National Park und noch einem privaten Naturpark, dessen Namen ich jetzt nicht schreiben kann (Scrotia? Schrotia?). Naja, war auf jeden Fall sehr cool. Ich hab so viele Elefanten in fast freier Wildbahn (also eingezaeunt ist das Gelaende natuerlich schon, aber sonst leben die wohl voellig natuerlich) gesehen, dass es am Ende schon ganz gravierend an Spannung verloren hatte. Die sind uebrigens teilweise wirklich direkt neben dem Fahrzeug vorbeigelaufen, so wie man's in Filmen sieht. Schon geil. Ausserdem gesehen hab ich Zebras, Giraffen, Nilpferde, Warzenschweine, Wasserbueffel, Loewen und alle moeglichen Boecke und solcherlei Wald- und Bergviecher. Ausserdem die Ueberbleibsel des vor drei Monaten gesorbenen, letzten Nashorns des Parks als besonderer Leckerbissen.... naja, fuer Ameisen halt.

Das war gestern. Heut bin ich dann per Bus weiter nach East London gefahren. Eigentlich sollte es schon direkt weiter nach Hogsback und dann zu dem Outdoor Education Center (Hobbiton) gehen, bei dem ich dann die naechsten gut fuenf Wochen verbringen werd. Aber das Auto der Hobbiton-Leute ist wohl gestern kaputt gegangen und deshalb koennen sie mich hier nicht abholen. Und der Shuttle Service nach Hogsback war schon ausgebucht. Also noch eine Nacht hier. (Und damit die Moeglichkeit, euch doch endlich noch ne mail zu schreiben, denn in Hobbiton wird's wohl schwer mit mails...)

Hier bin ich in einem Backpacker, wie man sich die wahrscheinlich typischerweise vorstellt: sehr layed back, sehr relaxed, gute Stimmung, aber dafuer ziemlich dreckig. Also die Toiletten sind echt nich zu empfehlen... Aber dafuer die Soundkulisse: Meeresrauschen gemischt mit Trommelrhythmen. Nicht zu verachten!

Ja, und morgen geht's dann nach Hobbiton. Bin sehr gespannt, weil ich ehrlich gesagt keine so konkreten Vorstellungen hab, wie's dort sein wird. Aber dazu dann mehr in der naechsten mail. Keine Ahnung, wann die kommt. Vielleicht, wenn ich mindestens zwanzig Antworten bekommen hab? ; )

Naja, macht's gut ihr Lieben! Ich vermisse euch alle tierisch (ja!).

Hab euch lieb!

K.

PS: Ich vermiss euch und Ultimate!

19. Jan.: Trainingstag in Kaiserslautern

Liebe Katha,
sorry, dass meine Trainingstags-und-Pyjamaparty-Eindrücke wieder erst zwei Tage alt werden müssen, bevor sie hier gepostet werden - Schnelligkeit war noch nie meine Stärke. Ich lasse mal den Tag vorbeirauschen: Wecker - Schlummertaste - Wecker - doch aufstehen - Morgengrauen - Hessens Wahlkampf zwischen Römer und Zeil entkommen - 2 Autos, 9 Rauscherlines, 1 Volker - Kaiserslautern - große Halle, hohe Halle, inkl. Befeuchtigungsanlage - die tote Maus am Boden erspart den Dachdecker - Einwerfen - 10 von allen Späßen - tschak, nicht gefangen: nommal - yeah 10 Vorhände - 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, ok - nommal Outsides - ähm - [SCHNITT im Bericht] - weise Kombination aus Taktik, Ticktack, geduldigen Volkererklärungen, Defence, Offence, Punkt und Knusperflocken - Huldigung der Abteilung: man braucht kein Ei für Rugby ODER wie lerne ich zu traveln ODER Stop-and-go-touch-Frisbee-Rugby - was sind wir schick mit unseren Eintrachtpullis - Defence-Taktik: Fraudeckung is es nicht, Zone in Reinkultur auch nicht; whip it Baby (3:2) and talk to VIPs - spielen, SPIELEN, SpiELen, sPIeLEn, spiELeN - Wem die 18.00-Uhr-Kirchenglocke schlägt - Whaaaaa-Spirit-Spiel - duschen mit Shampoo, duschen mit Sekt, duschen - DANKE VOLKER - Danke Kaiserslautern - Danke Autoverleiher - gen FfM mit Mano Chao - Rewe und Tiefkühlfach-Wein-Grütze-Diskussion - Kulturdifferenzen erfühlen "German-Pyjama-Partys" vs. "kanadische-Schlafanzugsfeten", Nachos mit Auflaufdip vereinigen Weltanschauungen und stimmen gnädig in Bezug auf Rauscher-DVDs - wir waren vor einem Jahr gar nicht soooo langsam [kritische Stimmen à la "sind wir wirklich besser geworden" werden in Grütze versenkt] - Eva im Chaos verlassen und 'ne Knusperflocke auf'n Weg - schöner Tag.
Nimm dich in Acht, Quali: Frau Rauscher zockt konkret! Und der nächste Pass is nur für dich, klar pullen wir bis Südafrika! CU-JU

P.S.: Welch Turbulenzen auf der anderen Seite der Erde, danke für deine Zeilen. Wünsche dir weiter schöne Erlebnisse à la Elefanten und Glück mit allen Unterkünften!

16. Jan.

Goodbye-Party nach dem Training

15. Jan.

Liebe Katha! Da du ja noch gar nicht weißt, wie du die lange Zeit in Afrika ohne Ultimate Frisbee, Frau Rauscher und Bembel Boys, Stürmer und Drängler, etc. überstehen sollst, dachten wir, es wäre nett, wenn wir dich hier mit dem neuesten Klatsch unter- und auf dem Laufenden halten.

Aber erstmal Gute Reise und Viel Spaß!